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  <title>F. Huisken_Warum_Demokraten_Faschisten_nicht_kritisieren_kÃ¶nnen_(Jena02072009)</title>
  <description>Was die Demokratie schon bei der Befassung mit dem Nationalsozialismus ausgezeichnet hat, setzt sich im Umgang mit den Neofaschisten von heute fort: Der deutsche Faschismus von 1933-45 gilt als Inbegriff eines undemokratischen Unrechtsstaats: Er ist die Diktatur, die den Holocaust verbrochen hat, fÃ¼r Euthanasie und Zuchtburgen verantwortlich war und einen verlorenen Weltkrieg auf dem Gewissen hat. Kurz, die deutschen Faschisten waren und sind der Inbegriff des BÃ¶sen und stehen fÃ¼r all das, was Demokraten in ihrem politischen Programm nicht vorgesehen haben. Letztere sind deshalb auch die Guten, auf jeden Fall die Besseren und ein Bollwerk gegen den Faschismus. Heute muss man folglich nur noch auf die BÃ¶sen zeigen, die Neonazis nur noch an Kleidung, Symbolik oder Musik identifizieren, um ihre politische Ausgrenzung einzuleiten, die sich dann in der Verbotsdebatte fortsetzt: Politische Verbrecher gehÃ¶ren nicht auf die demokratische BÃ¼hne. Da sind sich demokratische Politiker aller Lager einig â Ã¼brigens auch mit dem deutschen VorgÃ¤ngerstaat.

Eine Kritik der politischen Programmatik des alten und neuen Faschismus ist das nicht. Nicht einmal von einem Vergleich zwischen Demokratie und Faschismus kann die Rede sein, wenn am Faschismus nur die Abwesenheit demokratischer Tugenden entdeckt und umgekehrt die Demokratie dafÃ¼r gepriesen wird, dass sie keinen VÃ¶lkermord an Juden oder anderen als staatsfeindlich ausgemachten BevÃ¶lkerungsteilen im Programm hat.

Ohne groÃen theoretischen Aufwand kann dagegen festgestellt werden, dass sich 1.) die Demokratie als Bollwerk gegen das BÃ¶se alles andere als bewÃ¤hrt hat, weswegen die Vorstellung, sie hÃ¤tte diese Funktion, mindestens eine nÃ¤here ÃberprÃ¼fung verdient und dass 2.) das Lob der Demokratie Ã¼berhaupt nur zu haben ist, wenn man all das aus der Betrachtung ausschlieÃt, was diese beiden Herrschaftssysteme gemeinsam haben:
Als Nationalstaaten mit Interesse an starker FÃ¼hrung und staatlichem Gewaltmonopol, als Verfechter der kapitalistischen Wirtschaftsweise mit Ausbeutung und RentabilitÃ¤tsprinzip, als AnhÃ¤nger der Keimzelle âFamilieâ, welche Nachwuchs fÃ¼r alle nationalen Fronten zu produzieren hat, als AuslÃ¤nderfeinde und Kommunistenfresser weisen sie einen umfangreichen gemeinsamen Grundbestand von Elementen bÃ¼rgerlicher Herrschaft auf.

Zusammenfassend stellt sich da also schon die eine oder andere Frage, auf die der Vortrag die Antworten nicht schuldig bleiben will:

Worin decken und worin unterscheiden sich Demokratie und Faschismus?

Wie erklÃ¤rt sich, dass Demokratien immer wieder faschistische Bewegungen hervorbringen?

Warum werden faschistische Parteien hierzulande mit Verboten bedroht, die in anderen europÃ¤ischen Staaten fÃ¼r regierungsfÃ¤hig erklÃ¤rt werden?

Was treibt die Antifa an die Seite jener bÃ¼rgerlicher Verbotsparteien, die doch mit ihnen auch kein Pardon kennen?
Usw. </description>
  <subject>Freerk; Huisken; Demokratie; Faschismus; Staat; Nation; Nationalismus; Antifa; Erfurt; Jena; politische gruppe; </subject>
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  <uploader>suguiw@gmx.de</uploader>
  <addeddate>2009-07-07 18:36:38</addeddate>
  <publicdate>2009-07-07 18:42:04</publicdate>
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